Projekte

Frederike Güler

Ethnographische Perspektiven auf den Übergang von Schule in den Beruf

Dieses Teilprojekt geht der Frage nach, wie sich neue Arbeitsmarktintegrationskonzepte für Geflüchtete auf deren Bildungs-, Lebens- und Teilhabechancen auswirken. Betrachtet werden dafür Maßnahmen und Projekte am Übergang von Schule zu Beruf bzw. beruflicher Bildung. Zur Bearbeitung der Fragestellung wird ein organisationsethnographisches Vorgehen, verbunden mit narrativen Interviews gewählt. Von besonderem Interesse ist die Sozialstruktur, in die diese Bildungsverläufe eingebettet sind. Es soll die Wirkung von Arbeitsmarktintegrationsmaßnahmen auf die Bildungssituation der Jugendlichen und jungen Erwachsenen betrachtet und mit einer ethnographischen Herangehensweise Ein- und Ausgrenzungsmechanismen in diesem Feld rekonstruiert werden. Ziel dieses offenen, explorativen Vorgehens ist es, Praktiken von Akteur*innen und Organisationen in ihrem Alltagskontext zu erforschen und so ggf. im Dunkelfeld liegende institutionelle Diskriminierungsmechanismen offen legen zu können. Ausgangspunkt der Forschung ist jedoch die konkrete Lebens- und Bildungssituation, daher werden mit 8-10 Geflüchteten zu verschiedenen Zeitpunkten narrative Interviews geführt.


Natascha Khakpour

Ta(l)king Languages. Subjektivierungstheoretische Perspektiven auf die Bedeutung von Sprache für Ein- und Ausgrenzungsprozesse im Feld von Flucht, Migration und Bildung. Eine transnationale Studie.

Im Rahmen meines Promotionsprojektes befasse ich mich mit der Frage, welche Artikulationen von Sprache, sozialen Differenzen und formaler Bildung Bedeutung für den Schulbesuch und den Übergang in den Beruf innerhalb der Migrationsgesellschaft erlangen. Dabei steht im Vordergrund, welche Erfahrungen Jugendliche  machen, die aufgrund von Migration bzw. Flucht als Deutschlernende in die konzeptionell deutschsprachigen Schulen der Migrationsgesellschaften Deutschland und Österreich eingeschult werden. Am Beispiel der Regionen Freiburg und Wien arbeite ich in einer komplementär angelegten, qualitativen Untersuchung heraus, wo Deutschkenntnisse auf staatlich-struktureller Ebene sowie auf der Ebene von Interaktion der schulischen Akteur_innen dazu dienen, formelle und symbolische Ein- und Ausschlüsse zu legitimieren. Die Entwicklung meiner gegenstandsbedingenden theoretischen Perspektive begründet sich in einem hegemoniekritischen Blick auf Bildungsinstitutionen und schließt an ein Subjektivierungsverständnis an, das davon ausgeht, dass iterative (Differenz-)Erfahrungen Selbstbildungsprozesse beeinflussen. Methodisch umgesetzt wird die an die Grounded Theory Methodology angelehnte Studie in auf Narrationen abzielenden Interviews mit Jugendlichen und einem kodierenden Auswertungsverfahren. Die Bewertung der Ergebnisse und ihrer Verallgemeinerbarkeit erfolgt im Rahmen einer nationalstaatssensitiven relationalen Kontextualisierung.


Stephanie Warkentin

Die Organisation von Bildung für junge Geflüchtete in allgemeinbildenden Schulen

Dieses Teilprojekt beschäftigt sich mit der Frage, wie Bildung für geflüchtete Jugendliche in Deutschland organisiert wird und inwiefern dadurch Ein- und Ausgrenzungsprozesse bereits in Zuteilungsverfahren durch die Schulbehörden sowie im Rahmen spezifischer schulischer Maßnahmen und Angebote (z.B. Vorbereitungsklassen) wirksam werden. Zur Untersuchung dieser Forschungsfrage werden Ansätze der ethnographischen Organisationsforschung herangezogen.Es werden zum einen die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Organisation der Beschulung junger Geflüchteter in den Blick genommen: neben der Durchsicht relevanter schulischer Verwaltungsvorschriften werden einzelne Experteninterviews mit Mitarbeiter*innen aus den entsprechenden Institutionen durchgeführt, die für den Bereich Schule zuständig sind. Zum anderen wird die aktuelle Beschulungspraxis von jungen Geflüchteten an verschiedenen Schulen ethnographisch untersucht: Geplant sind mehrere Phasen teilnehmender Beobachtung an ausgewählten Schulen der Sekundarstufe, die unterschiedlich viel Erfahrung in der Beschulung junger Geflüchteter haben. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Vorbereitungsklassen, die speziell auf zugewanderte Schüler*innen ohne bzw. mit wenig Deutschkenntnissen ausgerichtet sind. Zusätzlich werden einzelne leitfadengestützte Interviews mit Schuldirektor*innen, Lehrkräften sowie mit geflüchteten Jugendlichen geführt. Neben der Erkenntnisgenerierung zur Beschulungspraxis junger Geflüchteter zielt dieses Vorgehen darauf, herauszufinden, wie diese Praxis von den beteiligten Akteuren, insbesondere den jungen Geflüchteten selbst, erlebt und wahrgenommen wird.


 

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